Zahlungen im E-Commerce: PayPal und Klarna beliebter denn je

Die Entwicklung von Online-Payments durch COVID-19 – Teil 3

Regelmäßiges Bestellen im Internet gehört mittlerweile zu unserem Alltag – viele kaufen lieber online als vor Ort ein. Die Produktauswahl in Online-Shops ist meist vielfältiger und mit nur einem Klick im Warenkorb und zum Bezahlen bereit. Dafür bieten sich verschiedene Zahlungsanbieter an, die ihren Kunden hohe Sicherheit garantieren. Kauf auf Rechnung, PayPal, Lastschrift und Kreditkarte gehören nach wie vor zu den vier beliebtesten Zahlungsarten beim Online-Shopping. Durch die Corona-Pandemie ist jedoch eine neue Dynamik im Bereich der Bezahlmethoden zu beobachten, über die die aktuelle EHI-Studie „Online Payment 2021“ Aufschluss gibt.

Der Bereich Online-Payments hat sich mit oder gerade durch COVID-19 immens weiterentwickelt. Den Prozess der letzten zwei Jahren stellen wir in einer Blogartikel-Reihe zu diesem Thema vor und analysieren anhand von aktuellen Zahlen und Fakten die Trends in der Finanzwelt. Der erste Teil beschäftige sich mit dem Aufschwung des kontaktlosen Bezahlens während der Pandemie. Der zweite Artikel zeigte auf, dass Mobile Payment immer mehr Zuspruch in der Bevölkerung findet und im letzten Teil befassen wir uns mit den vier meist genutzten Zahlungsarten im E-Commerce.

Kauf auf Rechnung mit Klarna

Eine der größten Player am Fintech-Markt, wenn es um die Abwicklung von Online-Payments geht, kommt aus Skandinavien. Für Endverbraucher bietet Klarna drei Möglichkeiten, um ihre im Internet bestellte Ware zu bezahlen:

  • Rechnung
  • Sofortüberweisung
  • Ratenkauf

Beim Kauf auf Rechnung erhalten E-Commerce-Kunden ihre Ware vor der Bezahlung. Einer der Gründe warum diese Zahlungsmöglichkeit zu den Umsatzstärksten zählt und bei den Verbrauchern besonders beliebt ist. Im Jahr 2020 wurden 30,4 Prozent des E-Commerce-Umsatzes mit dieser Zahlungsart erwirtschaftet.  Von 2020 auf 2021 ist dieser Umsatzanteil allerdings um 2,4 Prozentpunkte gesunken. Innerhalb des EHI-Panels ist diese Entwicklung bei fast allen Händlern zu beobachten, mit wenigen Ausnahmen bei Handelsunternehmen im Bekleidungssegment. Eine mögliche Erklärung ist die gestiegene Zahl von Neukunden, die vom stationären Handel in den E-Commerce abgewandert sind. Viele Unternehmen bieten Neukunden bei ihren ersten Einkäufen noch nicht die beliebte Zahlungsmethode an, da sie mögliche Zahlungsausfälle aufgrund mangelnder Bonität vermeiden wollen.

PayPal auf dem Vormarsch

Mit den mittlerweile verschiedenen Zahlungsmöglichkeiten von PayPal bekommt der Kunde die Chance, seine Online-Einkäufe flexibel und nach den eigenen Möglichkeiten zu bezahlen. Entweder sofort per Lastschrift, 30 Tage später oder per Kreditkarte am Monatsende. Größere Anschaffungen können bequem in 3, 6, 12 oder 24 Monatsraten abbezahlt werden. So hat PayPal für jede Situation die passende Lösung. 

Das spiegelt sich auch in den Zahlen wider. Im Jahr 2020 erreichte PayPal einen Anteil von fast 25 % am E-Commerce-Umsatz, was einen Anstieg um fast fünf Prozentpunkte bedeutete (Vorjahr: 20,2 %). Damit erreicht PayPal seit zehn Jahren den höchsten Umsatzanteil innerhalb der Online-Payment-Studie und bleibt auf Platz zwei der umsatzstärksten Zahlungsmittel. Das eWallet wird von den Kunden vor allem wegen des schnellen und einfachen Bezahlvorgangs geschätzt. Nicht umsonst ist es daher auch 2020 eine der am häufigsten angebotenen Zahlungsarten an der Kasse und wird von fast 96 % der Top-1000-Online-Shops angeboten. Auch bei Neukunden ist die Zahlungsmethode angesehen, denn fast 90 % der befragten Handelsunternehmen berichten, dass diese im vergangenen Jahr bevorzugt mit dem eWallet bezahlt haben.

Das sogenannte Lastschriftverfahren ist eine beliebte Zahlungsmöglichkeit beim Online-Einkauf. Tätigt ein Kunde eine Bestellung, so gibt er seine Kontodaten ein und ermächtigt den Händler dadurch, die Bestellsumme von dessen Konto einzuziehen. Die Abbuchung erfolgt dann automatisch, der Kunde muss nichts weiter tun. Im Jahr 2020 erreicht das Lastschriftverfahren einen Umsatzanteil von 17,9 % (Vorjahr: 18,3 %) und liegt damit weiterhin auf Platz drei der umsatzstärksten Zahlungsarten. Bei näherer Betrachtung zeigt sich, dass der E-Commerce-Riese Amazon maßgeblich zu der hohen Nutzung an Lastschriften am Gesamtmarkt beigetragen hat. Da Amazon ein Fünftel seines E-Commerce-Umsatzes mit Lastschrift- und Kreditkartenzahlungen macht, spielen die Anteile von Amazon hier eine große Rolle. Lässt man Amazon außen vor, sieht man, dass von Jahr zu Jahr immer weniger Online-Shops hohe Umsatzanteile mit Lastschrift verzeichnen – im Jahr 2020 waren es 3,1 %.

*Die Markthochrechnung basiert auf der Online-Payment-Studie 2021 und der EHI-Studie „E-Commerce-Markt Deutschland 2020“ aus dem EHI-Panel.

Die Kreditkarte liegt an vierter Stelle und erreicht einen Umsatzanteil von 11,8 % (Vorjahr: 10,5 %). Dies entspricht einer Steigerung von 1,3 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. Ursprünglich befürchtete man, dass weniger Menschen mit einer Kreditkarte zahlen würden. Aufgrund der Einführung der obligatorischen Zahlungsrichtlinie Payment Services Directive 2 (PSD2) und der damit verbundenen starken Kundenauthentifizierung (Strong-Customer-Authentication, SCA). Die Einführung scheint sich jedoch nicht negativ auf das Zahlungsverhalten ausgewirkt zu haben.

Sicherheitsstandards online payment

Umsetzung von Sicherheitsstandards

3D-Secure soll das Bezahlen mit Kreditkarten im Internet sicherer machen. Ein Bezahlvorgang wird beispielweise mit einem Passwort oder einem Fingerabdruck noch einmal bestätigt. Für eine Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) mittels TAN SMS ist die dicomsys der richtige Ansprechpartner. Mit ihrer Cloud-Messaging Lösung bietet das Leverkusener Unternehmen eine sichere, einfache und blitzschnelle Kundenauthentifizierung.

Das Verfahren soll dabei helfen, nachzuweisen, dass hinter der Zahlung mit einer Kreditkarte auch wirklich der Besitzer der Karte steckt. Mit 3D-Secure können Händler und Banken die Sicherheitsvorgaben der Zahlungsrichtlinie PSD2 erfüllen. Das Verfahren existiert mittlerweile in zwei Varianten.

Die etwas in die Jahre gekommene erste Version 1.0 kennen bereits viele Verbraucher. Sie gilt als unkomfortabel für Kunden und bringt viele dazu, den Kauf abzubrechen. Probleme wie das Fehlen einer benutzerfreundlichen Schnittstelle im mobilen Browser schränken die Wirksamkeit des Sicherheitssystems ein. Damit ein Karteninhaber den Sicherheitsdienst aktivieren kann, muss er seine Bankdaten in ein Pop-up-Fenster eingeben. Die Unfähigkeit der mobilen Browser, das Pop-up-Fenster zu bedienen, hat sich jedoch als Problem für die 3-D Secure Version 1.0 erwiesen.

Eine weitere Einschränkung des Sicherheitsprotokolls ist die Möglichkeit, dass Cyberkriminelle die Pop-up-Fenster missbrauchen können, da die Quelle nicht überprüft werden kann.

Die neuere Variante von 3D-Secure 2.x ist einfacher für den Nutzer und soll so dafür sorgen, dass Kunden ihren Einkauf seltener abbrechen. Sie nimmt die oben genannten Probleme in Angriff. Die 3-D Secure Version 2.x verbessert die Authentifizierung durch die Einführung biometrischer und tokenbasierter Identitätsüberprüfung. Dies steht in Kontrast zu den statischen Benutzernamen und Passwörtern, die bei der Vorgängerversion zur Verfügung standen.

In der EHI-Umfrage 2020 nutzten 51 % der befragten Handelsunternehmen das 3D-Secure-Verfahren 1.0 und nur 49 % das 3D-Secure-Verfahren 2.x zur Absicherung von Kreditkartenzahlungen. Ein Jahr später (Februar/März 2021) haben bereits drei Viertel der befragten Einzelhändler auf den neuen Sicherheitsstandard 3D-Secure 2.x umgestellt. Insgesamt 93 % der Händler in der EHI-Stichprobe sichern Kreditkartenzahlungen bereits mit 3D-Secure (entweder Version 1.0 oder Version 2.x) ab.

Zusammenfassung

Mit der Umsatzverteilung der Zahlungsarten im Jahr 2020 ist eine neue Dynamik im E-Commerce-Zahlungsverkehr zu beobachten. Die Corona-Pandemie hat nicht nur das Bezahlen am Point of Sale, sondern auch den E-Commerce verändert. In den letzten zehn Jahren hat die eWallet PayPal ihren Anteil am Umsatz deutlich gesteigert. Dennoch ist die Zahlung auf Rechnung nach wie vor die beliebteste Zahlungsmethode der Deutschen und macht immer noch rund 30 Prozent des E-Commerce-Umsatzes aus. Online-Händler wollen ihre Bezahlmöglichkeiten bis 2024 weiter optimieren und beschäftigen sich mit den Themen Mobile und Omnichannel-Payment. Zudem wird das Thema „Online-Marktplatz“ für ein Drittel der Befragten eine wichtige Rolle spielen.